< 33 - RasenBallsport Leipzig (A)

07.04.2014
Kategorie: 2013/2014, Punktspiel
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Von: Lenny

Kommentar: Die dunkle Seite von Red Bull Leipzig


Eine Akkreditierung zu erhalten, ist in der 3. Liga reine Formsache. Eigentlich. Fristgerecht werden zwei Formulare mit den entsprechenden Daten sowie die Kopie vom Presseausweis, ausgestellt vom Journalistenverband (Sachsen), via Mail an den Gastgeber geschickt. Dieser reagiert zumeist zeitnah und bestätigt die Anfrage. Bei allen Vereinen funktioniert das ohne ein einziges Problem, nur ein Verein aus der Liga sorgt für Probleme: RasenBallsport Leipzig. Sonntagabend, sechs Tage vor dem Spieltag, ging meine E-Mail zu besagtem Verein, der die Anmeldung bis zum 01. April gefordert hatte. Ich war zwei Tage eher dran.

„Sehr geehrte Damen und Herren, anbei alle Akkreditierungs-Unterlagen für die Partie RasenBallsport Leipzig gegen den Chemnitzer FC. Mit freundlichen Grüßen“ (30. März 2014, 21:58 Uhr)
Im Grunde genommen geht diesbezüglich im Normalfalls alles reibungslos über die Bühne, nur nicht hier. „Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für Ihre Akkreditierungsanfrage. Für eine Berücksichtigung dieser, bitten wir um einen aktuellen Redaktionsauftrag bzw. vergleichbare Arbeitsnachweise […] Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe! Freundliche Grüße, Media RB Leipzig“ (31. März 2014, 18:01 Uhr)

Anfänglich war ich geschockt, nach einer kurzen Nacht folgte die Reaktion, damit verbunden: ein Redaktionsauftrag, in dem Fall von einem nicht unbedeutenden himmelblauen Sponsor. „Sehr geehrter […], hiermit bestätigen wir Ihnen den Auftrag zur Berichterstattung (1/1tel Seite) der 3. Ligapartie zwischen RB Leipzig und dem Chemnitzer FC im […] Über die Zuarbeit der Texte inkl. Bildern freuen wir uns […] Beste Grüße“ (01. April 2014, 19:08 Uhr)

Ich schickte den Auftrag samt Inhalten zurück und war mir ziemlich sicher, dass es nun eine Zusage geben wird. „Sehr geehrte Damen und Herren, der gewünschte Redaktionsauftrag für das Spiel RasenBallsport Leipzig gegen den Chemnitzer FC am kommenden Samstag […] Mit freundlichen Grüßen“ (01. April 2014, 21:03 Uhr)

Ich war frohen Mutes, als am nächsten Tag die Antwort kam, nur hatte diese einen Inhalt, der mich mehr denn je zweifeln ließ. „Sehr geehrter […], vielen Dank für Ihre Mühe und der Übersendung Ihrer Mail. Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Ihnen dennoch keine Arbeitskarte ausstellen können. Für Ihr Verständnis danken wir Ihnen sehr. Freundliche Grüße, Media RB Leipzig“ (02. April 2014, 18:37 Uhr)

Dafür habe ich alles übrig, nur eben kein Verständnis, vor allem dann nicht, wenn die Begründung fehlt. Mittlerweile war Donnerstag, und andere Innenraum-Kollegen hatten bereits Zusagen erhalten. Als nächstes holte ich mir die Fanbeauftragte ins Boot, die sich mit RasenBallsport Leipzig auseinandersetzte und erklärte, welche Rolle ich spiele und wie wichtig es ist, im Innenraum zu sein. Sowohl für den Verein und sein Programmheft und als auch seine Fans. Auch ihre Worte stießen auf taube Ohren. Jedoch wurde ihr immerhin mitgeteilt, dass die Kapazitäten im Innenraum erreicht wären und ich deswegen nicht dort sein darf. Ich nehme es traurigerweise zur Kenntnis und fasste in dem Moment den Entschluss, nicht ins Stadion zu gehen. Entweder Innenraum – oder die Stadionverbotler unterstützen.

Ein Tag blieb aber noch – und an dem Tag wurden ein letztes Mal gekämpft, alle zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung gesetzt. Der himmelblaue Sponsor nahm direkten Kontakt auf. Und erklärte. Zur Mittagszeit hieß es, dass alle, die sich rechtzeitig gemeldet haben, auch akkreditiert worden sind. Es wäre kein Fall bekannt, der nicht ins Stadion darf. Es ging hin und her. Und RasenBallsport Leipzig blieb am Ende seiner Linie treu – und unkooperativ. Es gab für mich nach wie vor keinen Namen, keinen Ansprechpartner, nur Media RB Leipzig. Schlussendlich verwehrte man mir den Zugang mit folgenden zwei Gründen: Zum einen sei meine Auftragserteilung per E-Mail und nicht in schriftlicher Papierform erfolgt. Zum anderen kam sie von einem nicht fußballrelevanten Medium.  

Interessant. Erstens stellt RasenBallsport Leipzig hinsichtlich einer Akkreditierung die Antragsteller selbst vor die Wahl, in welcher Form sie sich akkreditieren lassen möchten. Beides ist erlaubt. Gleichermaßen. Begründung 1 ist widerlegt, gleiches gilt für Begründung 2. Zu behaupten, ein himmelblauer Sponsor habe keine Fußballrelevanz, ist der Höhepunkt in dieser ganzen Geschichte.

Das Ganze gleicht einer Inszenierung von Macht. Ohne Mut und Ehrlichkeit. Auf dem RasenBallsport-Leipzig-Antragsformular, das wohlgemerkt nicht das der 3. Liga ist, sondern ein eigenes, zugleich mit Rechtschreibfehlern, steht geschrieben: „Im Bedarfsfall ist RB Leipzig im Rahmen der Akkreditierungsmodalitäten bevollmächtigt, vom Antragssteller einen Redaktionsauftrag und/oder Arbeitsnachweis zu verlangen. Wir behalten uns vor, im Rahmen der Akkreditierungsphase Anträge abzuweisen“ – Eine nachvollziehbare Begründung hätte mir ausgereicht. Nur gab es diese nicht. Ein weiteres trauriges Beispiel über den Verein, den keiner mag. Denke ich an Fußball-Deutschland in der Nacht… Das Spiel verfolgte ich in einer Kneipe. Es war beaengstigend.


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