< 32 - SG Sonnenhof Großaspach (H)

08.04.2018
Kategorie: Punktspiel, 1.Mannschaft, 2017/2018
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Von: Lenny

33 - FC Rot-Weiß Erfurt (A)


Der Chemnitzer FC feiert beim feststehenden Absteiger FC Rot-Weiß Erfurt ein Schützenfest. Im „Steigerwaldstadion“ siegten die Himmelblauen durch Tore von Hansch, Slavov, Mlynikowski, Bachmann und Kluft mit 5:0.

Abrechnung im Vorfeld
Bevor es zum Ost-Duell zwischen den Rot-Weißen aus Erfurt und den Himmelblauen aus Chemnitz kommen sollte, ließ ein Interview von CFC-Coach Bergner aufhorchen. In diesem rechnete er mit seinem Ex-Verein ab, für welchen er im vergangenen Jahr sechs Spiele lang an der Seitenlinie stand, dabei aber nur einen einzigen Punkt holen konnte, zudem das prestigeträchtige Duell gegen den FC Carl-Zeiss Jena im Thüringenpokal verlor. Als jedoch im November Frank Nowag nach einem Machtkampf gegen Rolf Rombach das Präsidentschaftsamt übernahm, sei, so Bergner, der Verein innerhalb von wenigen Monaten zerstört worden. Mit Nowag wäre nichts besser, sondern vielmehr vieles wesentlich schlimmer geworden. Sicherlich auch die sportliche Talfahrt in die Regionalliga, welche jüngst mit der 0:3-Pleite beim Halleschen FC besiegelt wurde. Damit steigt der Drittliga-Dino erstmalig ab.

Feststehender gegen Fast-Absteiger
Über den CFC wiederum werden gegenwärtig Insolvenzgerüchte verbreitet, an denen aber, so teilte es der Verein unter der Woche mit, jedoch nichts dran sei. Sportlich kämpft man aktuell mehr schlecht als recht um den Klassenverbleib, so hat man vor den Spiel beim FC Rot-Weiß Erfurt stattliche neun Punkte Rückstand auf den VfL Osnabrück. Ein Sieg in Thüringen ist folglich Pflicht – und um das Unternehmen „Auswärtssieg“ anzugehen, änderte Bergner sein Team auf insgesamt drei Positionen. Baumgart musste verletzungsbedingt passen, dazu fanden sich Reinhardt und Dartsch nur auf der Bank wieder. Nach seiner Verletzungspause kehrte Trapp wieder in die Startformationen zurück und bildete mit Endres die Innenverteidigung. Im Mittelfeld agierte von Piechowski neben Grote und Bachmann; und im Angriff wurde Mlynikowski aufgeboten. Die Himmelblauen traten erstmalig unter Bergner im offensiven 4-3-3-System an.

Spruchband- und Fahnenmeer
Unabhängig der aktuellen Tabellenplatzsituation stehen die beiden Fanlager hinter ihrem Verein. Die Erfurter begrüßten ihr Team mit einer Vielzahl von Spruchbändern, auf denen unter anderem „RWE gehört zu uns!“, „Berlin, Berlin – Wir fahren nach Berlin!“, „Auch in Liga 4 rollen wir!“, „Eine Stadt, ein Verein – Rot-Weiß!“, „4. Liga – Nichtabstiegsplatz – Wir feiern's wie die Meisterschaft!“, „Rot-Weiße Liebe – Immer & Ewig!“, „4. Liga tut schon weh... scheißegal! Nur der RWE“, „Egal in welcher Liga – Wir folgen Dir!“, „Vereinsliebe wird mit Herz geschrieben!“ sowie „Schau nach vorn, nicht zurück!“ zu lesen waren.
Im mit 843 himmelblauen Anhängern gefüllten Gästeblock wurde zu Beginn der Partie ein Fahnenmeer präsentiert, ehe auf beiden Seiten beachtlicher Support an den sonnigen Sonntagnachmittag gelegt wurde. Das vom DFB als Risikospiel eingestufte Fußballspiel im „Steigerwaldstadion“ besuchten 4.831 Zuschauer und kam ohne nennenswerte Vorfälle aus.

Erste Chance für Erfurt
Wenn Erfurt nach 150 Sekunden in Führung gegangen wäre, hätte die Partie sicherlich eine ganz andere Wendung genommen. Was war passiert?! Tittel, welcher gegenwärtig noch den Vorzug gegenüber Kunz genießt, war aus dem Tor gekommen und verlor das Duell gegen den Erfurter Huth. Der Ball kullerte in Richtung Tor und damit frühen Führungstreffer, dieser konnte aber von Trapp final verhindert werden. Auf der Gegenseite unterfiel Engl, welcher den erkrankten Klewin ersetzte und somit sein Startelf-Debüt feierte, ein ähnliches Missgeschick, nur konnte Hansch aus diesem kein Kapital schlagen. Sein Schuss landete am Außennetz.

Tag des offenen RWE-Tores
In der siebten Minute brillierte Grote mit einem genialen Pass aus der eigenen Hälfte auf Hansch, der erstaunlicherweise cool blieb und kaltschnäuzig abschloss. Die Himmelblauen blieben griffig – und erhöhten fünf Minuten später auf 2:0. Leutenecker darf ungestört auf Mlynikowski flanken und dieser ebenso für Slavov auflegen, welcher im Nachschuss den Ball über die Linie drückte. Es war sein elfter Saisontreffer, damit hat er nun genauso viele wie Frahn erzielt, welcher – wie schon gegen die SG Sonnenhof Großaspach – die Partie aus dem Fanblock verfolgte. Nach 16. Minuten durften er und die CFC-Fans bereits zum dritten Mal jubeln. Bachmann drosch den Ball unorthodox nach vorn und fand Hansch, der aber einen Schritt zu langsam war, um gegenüber dem RWE-Schlussmann eher am Ball zu sein. Dessen Klärungsversuch landete auf dem starken linken Fuß von Mlynikowski, welcher die sich bietende Gelegenheit gefühlvoll nutzte, um sein erstes Saisontor zu erzielen.

Blankliegende Nerven bei Crnkic
Jener wurde Mitte der ersten Halbzeit vom ehemaligen Erfurter Sumusalo im Strafraum von den Beinen geholt. Für den Finnen war es ein normaler Zweikampf, für den Bosnier wiederum ein klares Foulspiel. Darüber wurde sich – in welcher Sprache auch immer – kurz ausgetauscht. Mit dem Resultat: Crnkic verlor die Nerven und spuckte Sumusalo ins Gesicht – und das vor den Augen des Schiedsrichter, der keine Wahl hatte und sofort die rote Karte zückte. In Unterzahl spielend, wurde das aussichtlose Unterfangen noch aussichtloser für die Gastgeber.     

Geklauter Schalteppich für „Sachsenschweine“
Noch vor Beginn der zweiten Halbzeit hallte ein „Sachsenschweine“ durch das „Steigerwaldstadion“, dazu wurde im Fanblock ein aus einer Vielzahl von gezockten Schals zusammengenähter Teppich präsentiert, auf dem der ebay-Slogan „3… 2… 1… Meins!“ geschrieben stand. In dieser illustren Sammlung war dabei eine Vielzahl von Vereinen aus den ersten drei Ligen Deutschlands vertreten.   

Freundschaftsspiel im zweiten Durchgang
Im Sonnenschein schalteten die Himmelblauen deutlich zurück und ließen den Ball in den eigenen Reihen sicher laufen. In der Schlussviertelstunde – und bedingt durch zwei Wechsel – zog man das Tempo noch einmal an und erzielte zwei weitere Tore. In der 76. Minute hämmerte Bachmann nach Vorlage des eingewechselten Aydin den Ball kompromisslos in die Maschen, vier Minuten später verwertete der ebenfalls ins Spiel gekommene Kluft eine Leutenecker-Hereingabe und sorgte für die 5:0-Endstand.

Neuer Glaube an Klassenerhalt
Mit dem höchsten Saisonsieg des Chemnitzer FC keimt wieder etwas Hoffnung im Kampf um den Klassenverbleib. Damit das so bleibt, muss – bei gleichzeitiger Niederlage des VfL Osnabrück gegen den SC Paderborn – auf der „Festung Fischerwiese“ ein Sieg gegen den SV Meppen her.


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