< 36 - SC Preussen Münster (H)

06.05.2018
Kategorie: Punktspiel, 1.Mannschaft, 2017/2018
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Von: Emeukal & rasenobjektiv

37 - 1. FC Magdeburg (A)


Das beste Heimteam schlägt die schwächste Auswärtsmannschaft: Der Chemnitzer FC verliert mit 3:1 beim 1. FC Magdeburg – und war nahezu die komplette Spielzeit über chancenlos. Erschwerend kam ein Platzverweis im ersten Durchgang hinzu.

Aufsteiger gegen Absteiger
Unterschiedlicher könnten die Vorzeichen nicht sein: Während der 1. FC Magdeburg zum ersten Mal überhaupt in die 2. Bundesliga aufsteigt, muss der Chemnitzer nach sieben Spielzeiten in der 3. Liga den bitteren Gang in die Regionalliga antreten. Beim traditionsträchtigen Ost-Duell am 37. Spieltag zeigte sich, warum sich die Wege trennen. Die Kulisse in der ausverkauften MDCC-Arena war prächtig, aus Chemnitz waren 800 Fans angereist, nur wurde mehr als der Hälfte der Zutritt zum Stadion verwehrt.

CFC-Fans wird Stadion-Zutritt verwehrt
Insgesamt hatten sich sechs Busse auf den Weg nach Magdeburg begeben, dabei war jeder im Vorfeld mit einer Eintrittskarte ausgestattet worden. Mehr als eine Stunde vor der Ankunft wurden die Busse von der Polizei in Empfang genommen und anschließend durch das Jerichower Land eskortiert. Aus diesem Grund erreichte man erst eine Viertelstunde den Parkplatz unweit des Stadions. Es folgte eine überzogene Vorkontrolle, bei der – nicht wie üblich – nur mitgebrachte Getränke abgenommen wurden, sondern darüber hinaus die Eintrittskarten kontrolliert. In Anbetracht der Tatsache, dass jeder Busfahrer ein Ticket hatte, hätte darauf zwingend verzichtet werden müssen. Den ersten kleinen Tumult nahmen Security, Polizei und der 1. FC Magdeburg zum Anlass, um allen CFC-Fans den Stadion-Zutritt zu verwehren. Weiterhin wurden zwei Wasserwerfer vorgefahren.

Himmelblaue Personalsorgen
Die Sorgenfalten auf der Stirn von CFC-Coach David Bergner werden nicht weniger. So hatte er beim FCM Grote zu ersetzen, welcher in der Woche zuvor gegen Preußen Münster seine zehnte gelbe Karte kassierte und folglich pausieren musste. Für ihn rückte Reinhardt in die Startformation. Ansonsten gab es im Vergleich zur Heimniederlage gegen Münster noch eine weitere Veränderung. Koch kam für Leutenecker.

Choreografie von „Block U“
Der „Block U“ zeigte zu Beginn des Ost-Duells eine sehenswerte Choreografie, deren Zentrum das Vereinswappen als Blockfahne bildete. Diese wurde umrahmt von blauen und weißen Zettel sowie hochgehaltenen Buchstaben bzw. Zahlen in Form von „seit 1965“. Abgerundet wurde die Choreografie mit dem Spruch: „Haltet die Uhren alle an, diesen Augenblick wollen wir die nächsten 100 Jahre lang!“

Geschichte wiederholt sich
Nach zehn Minuten ging der Gastgeber bereits in Führung. Beck antizipierte die Rückpass-Situation und setzte Kunz unter Druck. Dieser patzte erneut, verlor den Ball an den FCM-Goalgetter vom Dienst, der diesen nur noch über die Linie schieben musste und damit seinen 100. Treffer für Magdeburg erzielte.

FCM legt eiskalt via Doppelschlag nach
Mit einem mustergültig vorgetragenen Spielzug sowie einem perfekt getretenen Freistoß erhöhten die Blau-Weißen in der 18. und 23. Minute auf 3:0. Laprevotte und der Ex-Chemnitzer Türpitz zeichneten sich dafür verantwortlich.

Ehrentreffer und Platzverweis
Mit der sicheren Führung und lautstarken Anhängern im Rücken schalteten die Magdeburger einen Gang zurück – und wurden dafür postwendend bestraft: Eine Sumosalo-Flanke köpfte Frahn, der heute als Kapitän die Seinigen aufs Feld führte, zum Ehrentreffer ein. Unmittelbar danach hatte Baumgart nach Solo-Aktion einen passablen Abschluss. Die, wenngleich kurze, gute himmelblaue Phase beendete Sumosalo. Nach wiederholtem Foulspiel erhielt er seine zweite gelbe Karte und flog vom Platz. Viele der 300 himmelblauen Fans, die es ins Stadion geschafft hatten, sahen das schon nicht mehr, da sie dieses verließen und sich mit den Ausgesperrten solidarisierten.

Kräfteschonung nach Finaleinzug
Nach dem Seitenwechsel schonten die Magdeburger, die unter der Woche ohne große Mühe mit 3:0 gegen den BSV Ammendorf in das Sachsen-Anhalt-Pokalfinale eingezogen waren, ihre Kräfte und ließen den Ball laufen. Auf beiden Seiten gab es keine nennenswerten Möglichkeiten.

Das beste Heimteam gab sich gegen die schlechteste Auswärtsmannschaft keine Blöße und gewann völlig verdient mit 3.1. Mit dem mittlerweile siebten Sieg in Folge verteidigen die Magdeburger den ersten Tabellenplatz. Die Himmelblauen – so viel ist bereits vor dem letzten Spiel gegen den FC Hansa Rostock sicher – werden die Saison als Vorletzter beenden.


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