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29.04.2018
Kategorie: Punktspiel, 1.Mannschaft, 2017/2018
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Von: Lenny

36 - SC Preussen Münster (H)


Der Chemnitzer FC kassiert die nächste Heimpleite. In dem Fall gegen den SC Preußen Münster. Beim 1:2 traf Grimaldi doppelt, den Ausgleich besorgte Baumgart. 4.915 Zuschauer waren auf der „Festung Fischerwiese“ anwesend.

Verschiedene Veränderungen
Nach dem beachtlichen Remis von Würzburg konnte CFC-Coach Bergner wieder auf Hansch und Baumgart zurückgreifen, die folglich von Beginn an ran durften. Kluft und Reinhardt rückten dafür auf die Bank. Nicht mit von der Partie waren verletzungsbedingt Endres sowie der aus disziplinarischen Gründen suspendierte Aydin. Dieser soll sich unter der Woche eine verbale Entgleisung erlaubt haben.

Chemnitz gegen Münster – ein Drittliga-Klassiker
Zum mittlerweile 14. Mal fand das Duell zwischen dem Chemnitzer FC und dem SC Preußen Münster statt – und aufgrund des himmelblauen Abstiegs wird es vorerst das letzte bleiben. Die Bilanz spricht eindeutig für Münster, die neun Sieg einfahren und die vergangenen fünf Spiele allesamt für sich entscheiden konnten.

Kunz-Klops in der Anfangsphase
Der Chemnitzer FC schlägt sich immer wieder selbst, so lag der CFC nach sechs Minuten schon wieder in Rückstand. Kunz passte zu Trapp, dieser – von Grimaldi unter Druck gesetzt – wieder zu Kunz zurück. Anstatt den Ball sofort nach vorn zu schlagen, lässt sich der CFC-Torwart zu viel Zeit und wird von heraneilenden Grimaldi überrascht. Er blockte den Schuss – und erzielte mit seinem zwölften Saisontreffer die frühe Führung, welche von den 70 mitgereisten Münsteranern bejubelt wurden. Die „Deviant Ultras“ fehlten aber.
 
Rücktritt der SCP-Ultras
Am 14. Januar 2018 haben die Mitglieder des SC Preußen Münster die Ausgliederung der ersten Mannschaft beschlossen – und sich damit gegen die „Deviants Ultras“, die sich – seit Bekanntwerden der Pläne, die Fußballmannschaften zur Investorengewinnung in eine Kapitalgesellschaft zu verwandeln – klar gegen eine Ausgliederung positioniert haben, gestellt. Für die „Deviant Ultras“ war das Ergebnis eindeutig wie erschütternd zugleich, und der folgende damit verbundene Schritt eindeutig wie endgültig: Die „Deviant Ultras“ stellten daraufhin alle Aktivitäten ein und werden den SC Preußen Münster nicht mehr begleiten. 

Chemnitz forciert den Ausgleichstreffer
Die Himmelblauen wirkten keineswegs geschockt, schafften es aber zu selten, gefährlich vor das Tor der Gäste zu kommen. In der zehnten Minute schießt Frahn nach Vorlage von Hansch vorbei. Mehr als diese bessere Chance sprang im ersten Durchgang nicht heraus, nach dem Seitenwechsel jedoch wurde es sofort besser. Leutenecker, Frahn und Hansch spielen sich über den rechten Flügel durch – und finden mit Baumgart in der Mitte den optimalen Abnehmer. Sein Schuss in der 53. Minute wird entscheidend abgefälscht und damit unhaltbar gemacht.  Für Baumgart war es der sechste Saisontreffer und für Hansch die elfte Vorlage.

Neues Lied aus der Kurve
Als der Ausgleich fiel, war in der gut aufgelegten „Südkurve“ ein neues Lied zu vernehmen. Aus „Der goldene Reiter“ von Joachim Witt wurde kurzerhand „Der goldene Absteiger“ – und der Refrain situativ folgendermaßen betextet: „Hej, Hej, Hej – wir war'n mal DDR-Meister // Hej, Hej, Hej – wir war'n im Europacup // Hej, Hej, Hej –  wir ham kein Geld mehr, sind pleite // Und jetzt steig'n wir ab! Und jetzt steig'n wir ab! // Schalalalala, Schalalalalalala // Schalalalala Schalalalalalala…“

Grimaldi schlägt zurück und sorgt für den Sieg
Der Ausgleich ist vier Minuten später hinfällig. Grimaldi, der seinen zweiten Treffer quasi selbst eingeleitet hat, traf erneut. Mlynikowski hatte noch zwei Möglichkeiten, um zumindest noch das Unentschieden zu realisieren. Ein Schussversuch nach Grote-Pass wurde pariert und ein Freistoß aus 20 Metern ging knapp drüber. Der Chemnitzer FC verliert unglücklich mit 1:2 gegen Preußen Münster und hat sich dabei – wie so oft in dieser Saison – nicht wie ein Absteiger präsentiert.

Spruchbänder mit Signalwirkung
Die „Südkurve“ zeigte in der zweiten Halbzeit das Spruchband „Heute Bayern, morgen Deutschland – Polizeiaufgabengesetz stoppen!“ und nahm – wie viele andere Fan- und Ultra-Szenen – am bundesweiten Aktionsspieltag gegen das neue Polizeiaufgabengesetzt (PAG) teil. Es wird befürchtet, dass damit die Befugnisse der Polizei weiter ausgebaut werden. In erster Linie angedacht, um effektiver Terrorabwehr betreiben zu können, wird vermutet, dass perspektivisch auch gegen Fußballfans diese Gesetzesänderung Anwendung findet.

Nach dem Abpfiff wurde von der „Südkurve“ via Spruchband „Mit Identitätsfiguren verlängern!“ gefordert, zudem die Mannschaft nach der Niederlage lautstark besungen. Erstmalig war auch Erik Tallig dabei. Der 18jährige offensive Mittelfeldspieler feierte sein Profi-Debüt.


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