< 34 - KSV Holstein Kiel (A)

30.04.2017
Kategorie: Punktspiel, 1.Mannschaft, 2016/2017
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Von: Lenny

35 - FC Rot-Weiß Erfurt (H)


Der Chemnitzer FC trennt sich vor einer enttäuschenden Kulisse auf der „Festung Fischerwiese“ mit 1:1. Ein sehenswerter Lupfer von Grote brachte die Himmelblauen im ersten Durchgang in Führung, nur bettelte man nach dem Seitenwechsel regelrecht um den Ausgleich. Zwei Aluminiumtreffer hätten diesen jedoch wieder wettmachen können.

Man soll Feste bekanntlich feiern wie Sie fallen – und das durften die trinkfesten Fans des Chemnitzer FC bereits vor dem Ost-Schlager gegen den FC Rot-Weiß Erfurt. So hat die Marktforschungsgesellschaft Nielsen in einer Studie festgestellt, dass in Chemnitz das meiste Bier getrunken wird. Sagenhafte 132 Liter – also 264 Flaschen – Bier pro Person. Das wurde vor dem Spiel mit einem Spruchband zelebriert: „Seit Jahren am Glas unerreicht - nun haben wir's schwarz auf weiß, Gez. Trinksport Chemnitz!“ – dazu wurden diverse junge und alte Doppelhalter präsentiert, welche für den „Trinksport Chemnitz“ stehen.

Die Rot-Weißen aus der thüringischen Landeshauptstadt sind – wie sie es gern besingen – „Thüringens Nummer 1“, jedoch kämpft man noch um den Klassenverbleib. Aktuell hat man vier Punkte Vorsprung. So wartet man seit sieben Spielen auf drei Punkte, die letzten vier davon endeten Unentschieden. Man tritt damit vor allem auf der Stelle. Die Himmelblauen unterlagen zuletzt – nach fünf Spielen ohne Niederlage, dazu schaffte man den Einzug ins Landespokalfinale – bei Holstein Kiel mit 0:2.

Köhler schickten dessen ungeachtet die elf Verlierer aufs Feld, so blieb Frahn erneut Bankdrücker. Einzig die Kapitänsbinde wechselte – aus welchen Gründen auch immer – den Besitzer. Anstelle von Fink trug diese nun Danneberg. Während auf den Rängen – und das trotz gerade einmal 6.368 Zuschauern, darunter 1.000 Gäste – durchaus Stimmung aufkam, ließen es die Herren auf dem nassen Geläuf dezent ruhig angehen.

So dauerte es bis zur 22. Minute, ehe die erste Torchance zustande kam. Diese hatte Grote – und landete direkt im Netz. Jopek chipte den Ball weit nach vorn, wo Hansch das Kopfballduell verlor. Der Ball landet bei Grote, genauer gesagt auf seinen schwächeren linken Fuß: Ein Blick, eine genialer Geniestreich in Form eines Lupfers aus etwas mehr als 22 Metern.

Wie aus dem Nichts gingen die Himmelblauen in Führung. Die Gäste kamen infolgedessen aus ihrer Deckung und zu Möglichkeiten, mit denen Kunz allerdings vor keine größeren Probleme gestellt wird. Auf der Gegenseite hatte Hansch vor der Pause nach feinem Konter über Mast und Fink das 2:0 auf dem Fuß, nur schaffte er es nicht, den Ball am RWE-Schlussmann vorbeizubekommen.

Der Support ging auf beiden Seiten nach der Halbzeit entsprechend weiter, mit wenigen starken, dafür aber allerhand schwächeren Momenten. Auf dem Feld wollten die Thüringer den Ausgleich, während die Sachsen die Entscheidung suchten. Kunz stand mehrfach, unter anderem gegen Kammlott, auf den Posten. Auf der Gegenseite stand – nach gelungenem Spielzug über Mast und Hansch – Fink frei stehend vor dem Tor, nur scheiterte er an Schlussmann und Pfosten. Es hätte die Entscheidung sein können. Kurz darauf rutschte Baumgart, der nach einer reichlichen für den heute sehr schwachen Mast in die Partie kam, knapp an einer Grote-Flanke vorbei.

In der 71. Minute schlugen dann auf einmal die Rot-Weißen aus Erfurt zu. Dabei sah Innenverteidiger Mbende gleich zweimal unglücklich aus. Zuerst verlor er ein Kopfballduell, anschließend fälschte er den Schuss von Uzan unhaltbar ab. Ausgleich, alles auf Anfang – und dieser gelingt den Himmelblauen, bei denen Frahn mitmischen durfte, besser.

So gab es noch drei Chancen, um die Partie für sich entscheiden zu können. Als erstes hatte Fink nach Bittroff-Pass aus aussichtsreicher Position über den Ball. Als nächstes wurde ein Baumgart-Kopfball nach gefühlvoller Grote-Vorlage abgeblockt. Und zum Schluss schickte Jopek Frahn auf die Reise, der den Ball lupfte, dabei aber am Querbalken scheiterte. Der zweite Aluminiumtreffer im zweiten Durchgang stand damit dem zweiten CFC-Treffer im Weg. Die Erfurter erzielte – nach katastrophalen Ballverlust von Jopek als quasi letzter Mann – noch ein Abseitstor. Nach 90. Minuten stand es 1:1-Unentschieden.

Da man – wie eingangs erwähnt – Feste bekanntlich feiern soll, wie diese fallen, hing die gesamte Spielzeit über in der „Nordkurve“ das Spruchband: „Meistermarsch – 07.05. 10 Uhr, HBF KMS!“ – Nächsten Sonntag, zum Heimspiel gegen Preußen Münster, wird den Helden gedacht, die vor einem halben Jahrhundert den DDR-Meistertitel erringen konnten und damit die bis dato die erfolgreichste Geschichte des Vereins geschrieben haben. Wir lassen Erinnerungen wieder aufleben – und bedanken uns! Wer das auch machen möchte, kommt zum Hauptbahnhof und danach ins Stadion.


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