< 28 - VfL Osnabrück (A)

26.03.2017
Kategorie: Punktspiel, 1.Mannschaft, 2016/2017
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Von: Lenny

29 - MSV Duisburg (H)


Der Chemnitzer FC macht sich das Leben selbst schwer. Der Rückstand gegenüber dem Spitzenreiter MSV Duisburg wurde gedreht, um aber final dann doch mit 2:3 zu verlieren. Ein Spiel, welches so viel offenbarte. Leider.

Der, wenngleich in der jüngsten Vergangenheit ab und an etwas schwächelnde Spitzenreiter aus Duisburg gastierte auf der „Festung Fischerwiese“ – und brachte 500 MSV-Anhänger mit, die für einen ansehnlich gefüllten Gästeblock sorgten, weiterhin für passable Stimmung, und mit großen Schwenkfahnen hantierten. Die „Südkurve“ antwortete gewohnheitsgemäß mit einer Schalparade sowie Doppelhaltern und Fahnen. Dazu gab es zum einen das Spruchband „Wir stehen hinter Euch!“ sowie, am Zaun angebracht, die Fahne „Tradition durch Identifikation“, neben welcher das damalige Aufstiegstrikot in die zweite Bundesliga mit der Rückennummer „5“ und „11“ hingen. Diese, damals von Köhler und Mehlhorn mit Herzblut und Leidenschaft getragen, sollten die heutigen Akteure ein weiteres Mal daran erinnern, welche große Chance sie in der aktuellen Saison haben. Die Liga spielt verrückt – nur spielen die Himmelblauen nicht mit, so kassierte man in den vergangenen sechs Spielen vier Niederlagen. Für ein Team, das nach Höherem strebt, ist das zu definitiv zu viel.

Im Vergleich zur 0:3-Pleite in Osnabrück konnte Köhler auf die gesperrten Jopek und Stenzel wieder zurückgreifen, außerdem meldete sich Frahn fit. Der vierte im Quartett war Bittroff. Auf der Bank blieben der zuletzt dezent schwache Reinhardt, der gesperrte Cincotta sowie die beiden Youngsters Baumgart und Hansch. Mast fehlte nach wie vor wegen seiner Rotsperre aus dem Paderborn-Spiel.

Trotz neu zusammengestellter Startformation begann diese äußert engagiert und zielstrebig, noch dazu mit viel Mut. Hochkarätige Chancen gab es jedoch keine, so waren beispielsweise die Flankenbälle zu ungenau. Die Gäste von der Wedau kamen erstmalig in der 23. Minute vor das Tor von Kunz und schenkten diesen sofort einen Gegentreffer ein. Mit einem einfachen Ballverlust von Bittroff nahm das Verhängnis seinen Lauf. Der Konter wurde anschließend schnell und schnörkellos vorgetragen, der Ball in die Nahtstelle der Verteidigung gepasst und anschließend mit Hilfe des Innenpfosten untergebracht. Der Spitzenreiter schlägt in Form von Wiegel eiskalt zu.

Die Himmelblauen zeigen eine beachtliche Reaktion und möchten sofort den Ausgleich erzielen. Nach einer Türpitz-Ecke herrscht im MSV-Strafraum Tohuwabohu, an dem  Danneberg, Frahn und Fink beteiligt sind, keiner von ihnen kann aber den Ball im Tor unterbringen. Vier Minuten vor dem Pausenpfiff gelingt das Türpitz – und das mit einem schnell ausgeführten, noch dazu raffinierten Freistoß. Via flacher Hereingabe fand er Fink, nur traf dieser den Ball nicht, jedoch irritierte er den Schlussmann so, dass er den Ball nicht mehr parieren konnte und dieser in die lange Ecke kullerte.

Der MSV Duisburg hatte aber ebenso noch eine Möglichkeit, Kunz blieb aber diesmal der Sieger und hielt den Ausgleich fest.

Der zweite Durchgang fing aus Sicht der Gastgeber sensationell an. Grote gibt den Takt vor und initiiert die wilde Fahrt zum 2:1, an der als Vorlagengeber Fink, Stenzel und Frahn beteiligt gewesen sind. Den Abschluss übernahm Türpitz, der wuchtig abzog und damit seinen zweiten Treffer erzielte, der ausgiebig vor der „Südkurve“ zelebriert wurde.

Chemnitz dreht die Partie – und ist oben auf, hat dazu die Fans im Rücken. Beide wollen zusammen mehr. Es wird weiter gespielt, um den dritten Treffer zu erzielen. Doch dazu kommt es nicht, Duisburg schlägt zurück – dank himmelblauer Fehler. Und das gleich doppelt, was final umso bitterer erscheint.

Der Ausgleichstreffer resultiert aus einem langen Ball, der von Brandstetter, der Mbende und Conrad enteilt war, abgeschlossen wird. Kunz, der unüberlegterweise aus seinem Tor eilte, machte ebenfalls nicht die allerbeste Figur bei diesem Gegentreffer. Beim dritten war er dann wiederum machtlos. Der eingewechselte Hansch konnte via Kopfball nicht klären, sondern bereite stattdessen das 2:3 indirekt vor. Sein Gegenspieler legte den Ball mit einem Fallrückzieher dann punktgenau für Onuegbu vor, der am langen Pfosten den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Conrad stand zu weit weg, konnte dementsprechend auch nicht mehr klären.

Bitter, aber wahr: die Himmelblauen gaben leichtfertig die – durchaus verdiente – Führung aus den Händen, schlugen sich, soweit kann man sogar gehen, sich am Ende selbst. Die Aufstiegsträume sind damit endgültig begraben worden, was gegenwärtig zählt, ist Schadensbegrenzung, vor allem aber kein Abstiegskampf. Gegenwärtig ist der Mannschaft leider Gottes alles zuzutrauen – im Guten wie im Schlechten…


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