< 23 - FC Carl-Zeiss Jena (H)

10.02.2018
Kategorie: Punktspiel, 1.Mannschaft, 2017/2018
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Von: Lenny & rasenobjektiv

24 - VfL Osnabrück (A)


Der Chemnitzer FC kommt beim VfL Osnabrück böse unter die Räder. So unterlagen die Himmelblauen im „Stadion an der Bremer Brücke“ beim Tabellennachbarn mit 1:6, wodurch sich der Abstand zum rettenden Ufer wieder vergrößert hat.

Mit neuer Hoffnung zum Tabellennachbarn
Der Heimsieg gegen den FC Carl-Zeiss Jena hat dafür gesorgt, dass es am Folge-Spieltag zum Duell unmittelbarer Tabellennachbarn kommt. So reiste der Chemnitzer am Freitagabend zum VfL Osnabrück, um den 24. Spieltag zu eröffnen. Die Gastgeber, welche aus den drei Partien in diesem Jahr erst einen Punkt holen konnten, haben aktuell drei Punkte mehr als die Himmelblauen auf dem Konto. Die wiederum besaßen – aufgrund gleicher Tordifferenz – die Möglichkeit, mit einem Sieg vorbeizuziehen und damit die Abstiegsplätze zu verlassen. Jedoch kam es im „Stadion an der Bremer Brücke“ vor 7.331 Zuschauern ganz anders.

Slavov vergibt Führung
CFC-Coach Bergner bot die gleichen zehn Feldspieler aus der Vorwoche auf, für den verletzten Kunz stand Tittel im Tor – und der hatte im ersten Durchgang wenig zu tun. So kamen die Himmelblauen gut in die Partie und hatten in der Anfangsphase zwei Möglichkeiten. Erst köpfte Scheffel nach einem Grote-Eckball drüber, danach prüfte Reinhardt den Ex-Chemnitzer Gersbeck mit einem Schuss. In der 17. Minute tauchte – nach feinem Zuspiel von Grote – Slavov allein vor diesem auf, schob den Ball aber knapp vorbei. Das hätte sein neunter Saisontreffer – und damit die Führung – sein müssen. Stattdessen ging in der 22. Minute der VfL Osnabrück in Front.

Einzelaktion und Elfmeter
Klaas dribbelte in den Strafraum und wurde in diesem von Grote und Hoffmann in die Zange genommen. Diese clevere Einzelaktion wertete der Schiedsrichter als Foulspiel und zeigte auf den Punkt. Alvarez behielt einen kühlen Kopf und verlud Tittel. Und für die Himmelblauen sollte es noch schlimmer kommen. Wenige Zeigerumdrehungen später kugelte sich Hoffmann bei einer Grätsche die Schulter aus und musste ausgewechselt werden. Für ihn rückte von Piechowski in die Innenverteidigung. Diese blieb bis zur Pause stabil, sodass die Gastgeber zu keiner nennenswerten Chance mehr kamen.

Vier Gegentore in 15 Minuten
Die 150 mitgereisten himmelblauen Anhänger hatten aufgrund der passablen ersten Halbzeit durchaus Hoffnung, dass nach dem Seitenwechsel noch etwas für das eigene Team möglich sein könnte. Nur präsentierte sich dieses desolat. Mehr noch: Die Leistung grenzte an Arbeitsverweigerung. Auf den 100.000,- Euro teuren neuen Rollrasen spielte sich der VfL Osnabrück regelrecht in einen Rausch – und damit den Gegner an die Wand. Ein Torfestival folgte und dieses eröffnete Heider mit einem 70-Meter-Solo. Kein himmelblauer Akteur griff in der 57. Minute ein, um das zweite Gegentor zu verhindern. Fünf Minuten später vollendete Reimerink, allein gelassen von Sumusalo, via Volley-Abnahme, bei der Tittel etwas unglücklich aussah. In der 65. Minute köpfte dann Danneberg, der zweite Ex-Chemnitzer im Dienst der Gastgeber, nach Slapstick-Vorlage aus Nahdistanz zum 4:0 ein. Doch damit war die Horror-Viertelstunde noch längst nicht vorüber. Für den Schlusspunkt dieser sorgte Grote, der mit einem Eigentor Tittel tunnelte.

Hansch bereitet für Baumgart vor
Nach dem fünften Treffer schaltete der VfL Osnabrück in den Leerlauf – und ermöglichte somit das himmelblaue Ehrentor, welches Baumgart vorbehalten war. Er traf zum dritten Mal in Folge. Die Vorlage gab Hansch, es war bereits seine zehnte in diese Spielserie. Die himmelblauen Fans zeigten leidenschaftlichen Einsatz und sangen so gut es ging an diesem Freitagabend. Auch als Krasniqi zum 6:1 in der Schlussphase einköpfte und damit für die höchste Niederlage des Chemnitzer FC in sechseinhalb Jahren Drittliga-Zugehörigkeit sorgte.

So spielt ein Absteiger…
Spiele kann man verlieren, durchaus, auch in Osnabrück, bei einem direkten Kontrahenten im Kampf um den Klassenverbleib. Nur entscheidet hierbei immer die Art und Weise – und die war – trotz guter erster Halbzeit – unterm Strich mehr als indiskutabel. Durch die 1:6-Niederlage hat sich der Chemnitzer FC ein weiteres Mal eindrucksvoll als Schießbude der Liga präsentiert und damit zugleich gezeigt, dass ohne Endres, Trapp und nun noch Hofmann das Potential für die dritte Liga leider nicht reicht. Um die Klasse halten zu können, muss die Defensive schnellstmöglich als kompakte Einheit und nicht wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen auftreten. Die nächste Chance dazu haben sie gegen die Spielvereinigung Unterhaching auf der heimischen „Festung Fischerwiese“, wo sie erneut zum Siegen verdammt sind.


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