< Achtelfinale, Sachsenpokal: VfB Auerbach

04.11.2017
Kategorie: Punktspiel, 1.Mannschaft, 2017/2018
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Von: Lenny

15 - SV Meppen (A)


Die Entscheidung fiel in der Schlussphase – und mal wieder war der Chemnitzer FC der Leidtragende. Beim SV Meppen unterlagen die Himmelblauen mit 3:2. Die Führung fiel bereits nach 17 Sekunden durch Kluft, den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Slavov.

Nur ein geringer Teil der himmelblauen Fanschar dürfte bis dato in den Genuss gekommen sein, eine Partie im 1924 erbauten Emsland-Stadion in Meppen gesehen zu haben. So spielte der CFC zuletzt 1996 beim SVM. Insgesamt gab es vier Gastspiele hohen Norden, die allesamt verloren wurden, dreimal sogar ohne eigenen Treffer. Nach dem Aufstieg des SV Meppen trifft man nun nach 21 Jahren wieder aufeinander – und das in einem nach wie vor ehrwürdigen Ground, der – zumindest noch – all das besitzt, was zu einem alten Stadion dazugehört: Stehplätze, Holzbänke, der Geruch von Bratwurst und enorm viel Tradition. Vergleichbar mit der alten „Festung Fischerweise“. Jedoch mussten die Gastgeber bereits erste Baumaßnahmen durchführen – und auch darüber hinaus wird weiter saniert, modernisiert und aus- und umgebaut. So soll in den Wintermonaten die Nordtribüne samt Gästeblock neugebaut werden. Der Charme erlischt dadurch leider immer mehr.

500 himmelblaue Anhänger wollten diesen aber noch spüren und begaben sich entsprechend auf die weiteste Auswärtsfahrt in dieser Saison. Mit im Gepäck hatte man allerhand kleine himmelblau-weiße Schwenkfahnen, die zu Spielbeginn eingesetzt wurden. Dazu hielt man ein Spruchband hoch, auf diesem zu lesen war: „09.11.17 – Zeit für Veränderungen!“ Am eben diesen Tag wird es zu einem weiteren Treffen zwischen Fanvertreter und Funktionären von DFB und DFL kommen. Dieses findet in Frankfurt statt. Auch die Meppener Fanszene wies mit einem Plakat, das die gesamte erste Halbzeit über am Zaun hing, auf die Bedeutung dieses Datums hin: „09.11.17: Zeit, den Ball in die richtige Richtung zu lenken!“. Insgesamt waren 6.235 Zuschauer anwesend – und die bekamen so einiges geboten.

Nach der blamablen Sachsenpokal-Pleite in Auerbach entschied sich Steffen für die Siegerelf gegen Rot-Weiß Erfurt, was zur Folge hatte, dass Aydin den Platz im linken Mittelfeld räumen musste. Für ihn fing Kluft an – und das zahlte sich nach 17 Sekunden schon aus. Meppen hat zwar Anstoß, verlor den Ball aber sofort wieder an Leutenecker, dieser sah Grote, der den Magen-Darminfekt blitzschnell unter der Woche auskurieren konnten, dieser schlug einen weiten Pass zu Hansch, der die Übersicht behält und Kluft einsetzt. Es folgten eine sichere Annahme und ein genauer Abschluss. Kluft schob locker am Schlussmann vorbei und zur Führung ein.

Die Choreografie war im Gästeblock größtenteils noch nicht einmal beendet, schon lag der Ball im Kasten der Meppener. Ein Auftakt nach Maß, den der Aufsteiger sofort wieder wettmachen wollte und in der sechsten Minute seine erste Chance dazu hatte, nur wurde beim Abschluss über den Ball geschlagen. In der Folgezeit entwickelte sich ein mittelmäßiges Spiel, mit kleinen Vorteilen für die Gastgeber, die daraus aber kein Kapital schlugen. So stand entweder Kunz oder der Innenpfosten im Weg. Auf Seiten der Himmelblauen hatten Kluft und Grote Mini-Möglichkeiten.

Es blieb damit bei der Pausenführung, die aber nach dem Seitenwechsel sofort wackelte. Zuvor zelebrierten die „Ultras Chemnitz 1999“ ihren 18. Ehrentag und damit die Volljährigkeit. Am Zaun prangte das Spruchband: „Endlich 18! Endlich richtig saufen!“; dahinter erblickte der UC-Kopf mit einer Flasche „Wilthener Goldkrone“ und „Pfeffi“ das Licht der Welt.

Zurück auf den Rasen: Dort wurde derweil einem Meppener Treffer abseitsbedingt die Gültigkeit verwehrt. In der 56. Minute war es dann aber soweit: So verlängerte Girth einen direkt vors Tor geschlagenen Freistoß mit den Haarspitzen. Endres machte im Zweikampf alles andere als eine gute Figur und Kunz war einfach nur chancenlos.

Sechs Minuten später stand Kunz erneut im Mittelpunkt, so war er an der Entstehung des zweiten Gegentreffers nicht ganz unbeteiligt. Erst klärte er einen Eckball halbherzig, Kluft verlor anschließend den daraus resultierenden Zweikampf, ehe es zu einer perfekten Vorlage und einem wunderbarem Flugkopfball kommen sollte. 2:1 für die Hausherren, erneut traf Girth – und deren Anhänger drehten durch!

Die solargrünen Himmelblauen schlugen aber mit einem sehenswerten Spielzug über die Stationen Trapp, Grote,  Kluft, Hansch und final Slavov eiskalt zurück. Er erzielte in der 65. Minute mit seinen fünften Treffer in dieser Spielzeit das 2:2. In der restlichen Spielzeit ging es hin und her. Für den CFC hatte Slavov die Entscheidung auf dem Kopf, nur wurde dieser pariert – und auf der Gegenseite lag Girth in der Luft und verwandelte sehenswert. Kurz vor Schluss landeten die Himmelblauen auf der Verliererstraße und standen mit leeren Händen da. Trapp kam zu spät und konnte den Dreierpack nicht mehr verhindern.

Das Blitztor von Kluft war zu wenig gegen die One-Man-Show von Girth, der damit quasi allein für die fünfte himmelblaue Niederlage im Emsland sorgte. Der CFC kann einfach nicht beim SVM gewinnen und bleibt somit im hinteren Tabellendrittel.


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